BluePrint: Mensch

Geistliche Prägung (Englisch: “spiritual formation,” Latein: “formatio spiritualis”) ist die alte Wissenschaft von Umgestaltung chronischer Sünder zu Heiligen.  Natürlich passiert der ganze Prozess aus der Gnade Gottes und unter der Leitung und Kraft des Heiligen Geistes.  Aber das heißt nicht, dass wir völlig passiv sind oder dass andere Menschen dabei keine Rolle spielen.  Das Neue Testament sagt etwas anderes! Wichtig in der geistlicher Prägung ist es zu erkennen, was unsere Rolle ist und was Gottes Rolle ist.  Und eine unserer Rollen ist es, uns gut zu informieren.

Es war den alten Christen bekannt, dass man, um selber ein vernünftiges Leben mit Gott zu gestalten oder um andere Menschen geistlich zu begleiten, wissen muss, was ein Mensch ist.  Die Bibel redet immer wieder von Elementen des Menschen, vom Herz, vom Fleisch, von der Seele, vom Willen.  Aber was bedeuten diese Begriffe?  Wo finde ich z.B. mein Gemüt?  Außerdem verwenden die Philosophie und die Psychologie verschiedene und teilweise widersprüchliche Theorien, die irgendwie irgendwo Recht haben.  Zusammen bilden diese Informationsquellen eine christliche Psychologie, d.h. eine Theorie des Menschen im Grundriss.  Ein “BluePrint”

Diese Schulung ist für Leute, die Interesse haben an der Heilung und Prägung ihrer unserer Persönlichkeit, die entdecken wollen, was eigentlich das Heil im Ganzen für sie heißt (“zum vollen Maß der Fülle Christi” Eph 4,13). Wir werden nicht alle Antworten finden aber trotzdem eine gute Einführung ins Thema durch sechs Vorträge erhalten.  Außer den Vorträgen wird es ein Gemeinschaftselement und ein Element das man zu Hause macht geben.  Alles, was du mitbringen musst, ist die Bereitschaft dich zu öffnen und auch ein wenig zu Hause zu arbeiten.

Die sechs Abende sind:

dsc001771.) Wissen (wie Jesus) was im Menschen ist (Joh 2,25)

Der Sündenfall war ein Ereignis, das unsere ganze Psychologie betroffen hat.  Laut der Bibel gibt es Zerstörung in allen Aspekten unseres Daseins.  Wiederum heißt das, dass die Erlösung der Menschen von der Sünde auch in allen unseren Aspekten passieren sollte.  Deswegen hat Jesus gesagt, dass das höchste Gebot sei: “du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!” (Mk 12,30).  Das ist das Ziel unserer Veränderung.  Aber bevor wir echte Veränderung in uns oder in den Leuten, die wir helfen, suchen können, müssen wir etwas von der menschlichen Natur wissen.  Wir müssen verstehen wie Menschen ticken.

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2.) Gedanken

Der erste Ort der Veränderung ist in unseren Gedanken, in unserm Verstand.  Da wird Gott uns den ersten Kontakt machen, um uns neues Leben zu geben, und da haben wir in unserm neuen Zustand als Kinder Gottes unsere größten Kräfte.  Wir können beeinflussen, woran wir denken.  Das ist unsere Superkraft! Und der erste Schritt zu Veränderung ist unsere Gedanken zu ändern.  Paulus im Römerbrief redet von der “Erneuerung eures Sinnes.”  Also, wie geht das und warum ist das so wichtig?

3.) Gefühle und Emotionen

Gefühle, sagt man, sind gute Diener aber schlechte Herren.  Trotzdem wissen viele in unserer Gesellschaft nicht, dass sie mehr sind als Körper mit Gefühlen.  Wir sind heute so getrieben von Gefühlen und denken, dass wir gegen unsere tiefste Identität kämpfen, wenn wir gegen unsere Gefühle etwas machen.  Das zeigt nur, dass wir eine neue Zusammenstellung von Gefühlen brauchen, damit wir in dieser Welt gut leben und das Gute tun können.  Aber Gefühle, im Gegensatz zu Gedanken, können nicht direkt geändert werden.  Und darin liegt die Spannung ihrem Platz in unserm Leben.

4.) Wille

Der Fehler in vielen christlichen und nicht-christlichen Versuchen, menschliche Psychologie zu ändern, ist der Gedanke, dass der Wille alles alleine machen kann.  Deswegen gibt es so viele Predigte, die mit einem sehr begründeten Aufruf zum Handeln oder zu Veränderung beenden.  Aber was fehlt ist eine Beschreibung von Wie?  Die Idee ist, dass wir, wenn wir wissen, was gut ist (Gedanken), das tun können. Aber wir haben alle Erfahrungen mit unserem Versagen in dieser Hinsicht gemacht.  Das ist die sogar Thematik von Paulus in Römer 7,19: “Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.”  Der Wille ist wichtig aber nicht so stark.  Die anderen Aspekte unserer Natur führen zum großen Teil ein Eigenleben.  Der Schlüssel ist unser Wille strategisch zu verwenden.

5.) Körper

Wenn der Wille überbetont in Gemeinden ist, ist der Körper unterbetont.  Das hat geschichtliche Gründen aber die Bibel redet von einer Erlösung auch in unserm Körper.  “Der Wille ist stark aber das Fleisch ist schwach,” sagt Jesus, um seine Jünger zu ermutigen, dass sie in seiner Nachfolge irgendwann sagen können “mein Fleisch ist stark,” so wie er konnte.  So ist das Dasein von echten Heiligen.  Sie schwitzen nicht, wenn sie versuchen, was Gutes zu machen.  Sie leben in “schweißlose Heiligkeit.”  Hier ist zu beachten, dass die sogenannte “geistlichen Übungen” in erste Linie etwas Körperliches sind.  Das ist nicht, weil sie den Körper vernichten oder beschämen wollen, sondern weil sie durch den Heiligen Geist den Körper stark machen.

6.) Beziehungen

Wir leben nicht als Einzelmenschen sondern in einem Netz von Beziehungen.  Diese Beziehungen beeinflussen uns nicht nur wenn wir aktiv interagieren sondern auch auf der Distanz.  Die Art von Beziehung, die wir mit unseren Eltern und die mit ihren Eltern hatten, kann uns lenken – auch wenn sie tot sind.  Deswegen gibt es ganz viele biblische Ermutigungen gesunde Beziehungen zu suchen (z.B. “Ehre deinen Vater und deine Mutter”).  Es ist kaum zu erwarten, dass wir Veränderung erlangen, wenn wir nicht identifizieren, welcher Effekt unsere Gesellschaft auf uns hat.  Und wenn wir nicht aufbauende Gemeinschaft suchen, vor allem in der Gemeinde Jesus!